Okt
26-Jähriger wollte im Pascha Feuer legen
Der Teppich verkokelt, der Fußboden beschädigt, eine Wand rußgeschwärzt - zahlreiche Prostituierte und Kunden des Großbordells „Pascha“ an der Hornstraße sind in der Nacht zu Montag nur knapp einem Brandanschlag entkommen. Ein 26-Jähriger hatte versucht, im Eingangsbereich fünf Liter Benzin und fünf Molotow-Cocktails in Brand zu setzen. „Trotz mehrerer Versuche gelang ihm dies nicht“, berichtete Polizeisprecher Christoph Gilles. Der Anwalt des „Pascha“ spricht von versuchtem Mord. „Die Menschen waren in größter Gefahr“, sagte Uli Rimmel.
Nach Polizeiangaben war der 26-jähriger mutmaßliche Täter „mit dem Service nicht zufrieden“, so Gilles. Der Kunde habe von der Prostituierten Sex ohne Kondom verlangt, dies lehnte die Frau ab. „Beide wurden anschließend von Mitarbeitern des Hauses befragt. Schon dabei ging der Gast der Frau an den Hals“, erklärte Anwalt Rimmel. Der 26-Jährige wurde des Hauses verwiesen und kam in der Nacht zum Montag gegen 2 Uhr wieder - mit zehn Mann Unterstützung.
Zunächst unbeobachtet, schüttete der 26-Jährige Benzin aus und stellte die Molotow-Cocktails in den Eingangsbereich zur Tabledance-Bar. „Irgendwann haben die Türsteher von dem Aufruhr vor dem Laden erfahren und konnten Schlimmeres verhindern“, berichtete Rimmel weiter. Mit seinen Komplizen lief der verhinderte Brandstifter davon, er wurde später allerdings von Polizei und Türstehern „eingefangen“, sagte Gilles. Der 26-Jährige und zwei weitere mutmaßliche Mittäter kamen ins Polizeigewahrsam und wurden gestern vernommen. Davor musste der 26-Jährige allerdings im Krankenhaus verarztet werden. „Bei der Auseinandersetzung hat der Mann Verletzungen erlitten“, so Gilles. Auch die Türsteher mussten sich im Präsidium zu dem Vorfall äußern.
